Leben, um zu arbeiten?

Verschiedene Anfragen bzw. Kommentare von Lesern und Rückmeldungen aus Diskussionsveranstaltungen zeigen, dass die einerseits wortspielerische, andererseits zentrale Frage „Leben, um zu arbeiten, oder arbeiten, um zu leben?“ für viele keineswegs so klar entschieden ist, wie man auf den ersten Blick meinen sollte.

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Österreich und die Schweiz – Wunderkinder oder Trittbrettfahrer? (Teil II)

Im ersten Teil dieser Serie haben wir uns mit den außenwirtschaftlichen Verhältnissen der beiden Länder im Vergleich zu Deutschland befasst. Ohne Zweifel haben alle drei eine ausgeprägt außenwirtschaftliche Ausrichtung ihrer Wirtschaft und haben in den vergangenen zehn Jahren in hohem Maße von der Tatsache profitiert, dass es ihnen gelungen ist, durch eine relative Niedriglohnstrategie (geringe Lohnsteigerungen im Verhältnis zur Produktivität und das im Vergleich zu den wichtigsten Handelspartnern) Marktanteile im internationalen Handel zu gewinnen und dadurch positive Außenbeiträge für ihr Wachstum zu generieren. Es ist allerdings auch klar geworden, dass diese Strategie nicht beliebig fortgesetzt werden kann, was sich in der Schweiz schon in einer starken Aufwertung der eigenen Währung niedergeschlagen hat, die die Notenbank zum Eingreifen gezwungen hat und der außenwirtschaftlichen Orientierung für die nächsten Jahre klare Grenzen setzt.

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Lohndivergenzen in einer Währungsunion unproblematisch?

Ein Leser übt an unserem Beitrag zu Dirk Müllers Interview im ORF Kritik und zwar an folgender Passage: „Dass alle gleich schnell rennen, ist eben keine Voraussetzung für das Funktionieren einer Währungsunion. … Der Ausgleich unterschiedlicher Produktivität zwischen Ländern kommt … durch unterschiedliche Löhne [zustande]. Nationale Löhne sind die Gummibänder, nicht nationale Währungen. Deswegen dürfen … [sich] das Wirtschaftswachstum, die Produktivität … unterschiedlich entwickeln … Die unterschiedliche Leistungsfähigkeit und -willigkeit muss durch unterschiedliche Löhne ausgeglichen werden. Und das funktioniert eigentlich ganz gut und hat mit dem Währungssystem gar nichts zu tun.“

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Österreich und die Schweiz – Wunderkinder oder Trittbrettfahrer? (Teil I)

Gerade sitze ich auf dem Balkon eines sehr schönen Hotels am Wörthersee und denke über das Land nach, bei dem ich zu Gast bin. Österreich ist uns Deutschen in vieler Hinsicht ein Rätsel, auch wenn wir hier am liebsten Urlaub machen und die Volksmusik, die von Ferne über den See zu mir herüber klingt, vielen Deutschen geradezu als Symbol von Heimat gilt – weswegen sie hier vermutlich vor allem für die Deutschen gespielt wird. Ähnliches gilt für die Schweiz. Auch hier macht der Deutsche gern Urlaub und erfreut sich der Urtümlichkeit der Landschaft und der Menschen, weiß aber wenig über die Politik in diesem kleinen Vielvölker- und -sprachenstaat und versteht die Schweizer Demokratie nicht wirklich, auch wenn er weiß, dass das Volk alles Mögliche direkt entscheiden kann und die Steuern niedrig sind und das Bankgeheimnis nicht mehr so ganz sicher ist.

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Zur Lohnrunde 2013 (Teil 5)

Welches Motto gewinnt: „divide et impera“ oder „Gemeinsam sind wir stark“?
Bleibt zu fragen, ob nicht die Arbeitnehmer und allen voran die Gewerkschaften die Möglichkeit hätten, dem Lohndumping entgegen zu treten und den in Teil 4 zur Lohnpolitik beschriebenen Weg aus der Euro-Krise einschlagen zu helfen, ja von den Arbeitgebern und der Politik mit Nachdruck einzufordern.

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Zur Lohnrunde 2013 (Teil 4) – Doping durch Dumping

Wer viel oder gar ausschließlich Süßigkeiten isst, schadet seiner Gesundheit. Trotzdem essen die meisten Leute gern Süßigkeiten und manche auch sehr viel. Warum? Weil’s halt schmeckt. Der kurzfristige Genuss verführt, den langfristigen Schaden zu ignorieren. Beim Doping nehmen Sportler zur Verbesserung ihrer kurzfristigen Gewinnchancen die langfristige Schädigung der eigenen Gesundheit in Kauf. Das hat neben der Befriedigung des persönlichen Ehrgeizes vor allem handfeste wirtschaftliche Gründe. Denn Gewinnern großer Sportwettkämpfe winken lukrative Werbeverträge.

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