Unser Geldsystem XV – Was ist eigentlich Geld?

Ein Leser bemerkt zu einem unserer Artikel im Zusammenhang mit Sparen und Verschulden, es sei doch eine, wenn auch weit verbreitete Fiktion zu glauben, unsere Banknoten stellten eine Forderung gegenüber der Zentralbank dar. Diese Fiktion stamme wohl aus Zeiten des Goldstandards, als man von der Zentralbank tatsächlich den Umtausch von Geldscheinen in Gold verlangen konnte. Der Leser meint, wenn Geld überhaupt eine Art Forderung darstelle, dann nur eine „gegen den Markt“, weil man nur dort etwas eintauschen, etwas kaufen könne. Diese Frage ist sicher von allgemeinem Interesse für unsere Leser und passt sehr gut in unsere Serie über das Geldsystem. Wir werden in den abschließenden Folgen unsere eigene Auffassung, was Geld eigentlich ist und welche Rolle es im Rahmen einer monetären Marktwirtschaft gegenüber der Realwirtschaft spielt und spielen sollte, klarer darlegen und wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen daraus ziehen.

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Unser Geldsystem XIV – Regionalgeld, privates Geld und Bitcoin

Die Frustration hinsichtlich des von den Staaten geschaffenen Geldsystems treibt mitunter erstaunliche Blüten. So wird Regionalgeld geschaffen (der Chiemgauer ist eines der bekanntesten in Deutschland) oder man kreiert Tauschringe, die versuchen, weitgehend ohne Geld auszukommen. Dabei geht es oft nicht nur um Geld an sich bzw. um dessen Vermeidung, sondern auch um die mit dem Geldsystem in unauflöslicher Verbindung gesehene Art des Wirtschaftens, also etwa um den verantwortungslosen Ressourcenverbrauch, das Verschwinden regionaler Vielfalt durch die Konkurrenz überregionaler Großanbieter oder auch die Bewertung von Arbeitsleistung und die Bedingungen, unter denen gearbeitet wird.

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Unser Geldsystem XII – Der Goldstandard und der Mythos von der absoluten Preisstabilität

„Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles“, meinen in Übereinstimmung mit Goethes Gretchen auch heute noch viele Menschen. Die Existenz eines aus dem Nichts geschaffenen und sozusagen mit nichts besicherten Papiergeldes erscheint ihnen zu unwahrscheinlich, zu ungewiss oder gar gefährlich, um ‚wahr’ oder doch wenigstens von Dauer sein zu können. War es nicht das Gold, das weltweit für viele Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts Stabilität geschaffen und garantiert hatte, obwohl es kaum internationale Zusammenarbeit im heutigen Sinne gab? War es nicht dieses „barbarische Relikt“, wie Keynes es genannt hatte, das auch nach dem Zweiten Weltkrieg noch dem globalen Währungssystem von Bretton Woods einen festen Anker gegeben hatte, jedenfalls so lange, bis die Amerikaner die Goldeinlösung der am Bretton Woods beteiligten Währungen suspendierten? Und ist es nicht Gold,
das in den vergangenen Jahren erneut erheblich an Wert gewonnen hat, weil die Menschen das Vertrauen in die Papierwährungen verlieren, was besser als alles andere zeigt, dass ein ungedecktes Geldsystem scheitern muss?

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