Unser Geldsystem – Das Ende von Bretton Woods

Einer unserer Leser stellt uns eine Reihe von Fragen bezüglich des Geld- und Finanzsystems, die alle interessant sind und in vielen verschiedenen Zirkeln diskutiert werden:

Er fragt:

1. In wie weit wirken die Instrumente der Zentralbanken noch in unserem aktuellen Finanzsystem?

2. Gibt es optimale Währungsräume, wie nach Robert Mundells Theorie? (siehe Euro-Raum)

3. Wie stehen Sie zu der Vollgeldreform von Irving Fisher?

4. Für den Fall, dass der Geldwert den Materialwert übersteigt, kann die Kaufkraft nur durch eine glaubwürdige Währungsreserve aufrecht erhalten werden. Aber was ist eine glaubwürdige Währungsreserve?

5. Sofern in der Währungsverfassung keine Einlöseverpflichtung eingebaut ist, wird die Deckung durch Vermögenswerte und Kreditforderungen in der Bilanz der dafür zuständigen Zentralbanken festgelegt. Welche sind das aktuell?

6. Machen diese Deckungen aus Frage 5 Sinn?

7. Brauchen wir in unserem Schuldgeldsystem eine „Kreditbremse“ (Schumpeter zum Goldstandard), wenn ja, welche?

8. Ist der vorgeschlagene „Bancor“ von Keynes ein zweckmäßiger Ersatz für den Goldstandard, wenn ja, wie funktioniert das System?

9. Sind die Löhne der einzige maßgebende Faktor für Inflation bzw. Deflation? Was ist mit den Kapitalkosten?

10. Müsste es dann in einer Zentralbank eine Abteilung für die Kontrolle der Lohnentwicklung geben?

Viele Menschen suchen auf diese und ähnliche ökonomische Fragen Antworten, die von der modernen Volkswirtschaftslehre leider nicht gegeben, ja nicht einmal zu geben versucht werden. Wir wollen uns im Rahmen einer Reihe von Artikeln zum Geldsystem und zur Geldpolitik mit einigen der genannten und einigen anderen Fragen befassen. Wir werden das nicht mit dem Versuch einer genauen dogmengeschichtlichen Einordnung verbinden, sondern es ganz der subjektiven Einschätzung des Autors des jeweiligen Beitrags überlassen, inwiefern er auf Arbeiten aus der Fachliteratur zurückgreift bzw. verweist. Denn wann wer was zum Geldsystem geschrieben hat und was er damit im Zweifel gemeint haben könnte, ist weniger wichtig als das Verständnis der Sachzusammenhänge selbst. Tonnen von Primär- und Sekundärliteratur können Leser im wahrsten Sinne des Wortes belasten und abschrecken, sich in die Sachzusammenhänge selbst hinein zu denken. Großspuriges Namedropping kann auch dazu verführen, das eigene Denken rasch einzustellen nach dem Motto: Wenn schon so viele Leute mit großem Namen Wichtiges geäußert haben, dann brauche ich mir um die Stichhaltigkeit von deren Aussagen keine Gedanken mehr zu machen. Natürlich ist es sinnvoll, das Rad nicht ständig neu zu erfinden, sondern auf bereits bestehende Erkenntnisse und Erfahrungen aufzubauen. Nur die Prüfung, ob bereits Vorhandenes tatsächlich zutreffend war und heute noch ist, bleibt unerlässlich. Und wir wollen unseren Leserkreis nicht damit ermüden, von uns als Sackgassen erkannte Wege in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur genau nachzuverfolgen, wenn daraus kaum weiterführende Einsichten zu gewinnen sind.

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