Licht und Schatten – das neue Ziel der europäischen Geldpolitik

Die Neuausrichtung des geldpolitischen Ziels der Europäischen Zentralbank (EZB) gleicht einer Revolution: Der Zentralbankrat hat nach zwanzig Jahren die Zielgröße, an der sich die Geldpolitik orientiert und an der sie gemessen werden will, verändert. Nicht mehr „unter, aber nahe bei zwei Prozent“ liegt ab jetzt die für die Eurozone angestrebte Inflationsrate, sondern bei mittelfristig zwei Prozent. Und zwar dergestalt, dass Abweichungen von dieser Zielrate nach oben und nach unten gleichermaßen unerwünscht sind, wie es in der Erklärung zur geldpolitischen Strategie der EZB heißt. Das bedeutet, wenn die tatsächlich festgestellte Inflationsrate im Euroraum unter der Zielmarke liegt, wird das genauso negativ gewertet, wie wenn die Inflationsrate über der Marke liegt.

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Light and shadow – the new goal of European monetary policy

The realignment of the European Central Bank’s (ECB) monetary policy target resembles a revolution: After twenty years, the Central Bank Council has changed the target figure on which monetary policy is based and against which it wants to be measured. From now on, the inflation rate targeted for the euro zone will no longer be „below but close to two percent“, but two percent in the medium term. And it has done so in such a way that deviations from this target rate, both upward and downward, are equally undesirable, as the statement on the ECB’s monetary policy strategy puts it. This means that if the actual inflation rate in the euro area is below the target rate, this is considered just as negative as if the inflation rate is above the target rate.

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Nach Konsumeinbruch: Führen sinkende Ersparnisse aus dem Tal?

Die Corona-Krise beutelt die Wirtschaft ganz anders als alle bisherigen Krisen der Wirtschaftsgeschichte der westlichen Industrieländer in den letzten 75 Jahren: Ihr Ausmaß ist hinsichtlich des geographischen Umfangs, der Wucht, der Dauer und vor allem der strukturverschiebenden Wirkungen extrem. Das gilt auch für Deutschland, wie man an den tiefer gegliederten Daten zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im ersten Quartal 2021 erkennen kann, die das Statistische Bundesamt aktuell veröffentlicht hat.

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After the slump in consumption: Will reduced savings pull us out of the swamp?

The Corona crisis is shaking the economy very differently than all previous crises in the economic history of the western industrialized countries in the last 75 years: Its extent is extreme in terms of geographical scope, impact, duration and, above all, the structure-shifting effects. This also applies to Germany, as can be seen from the more detailed data on macroeconomic development in the first quarter of 2021, which the Federal Statistical Office has recently published.

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Europa in der Rezession – Ausweg Außenhandel?

Ende April meldete die europäische Statistikbehörde Eurostat, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Europäischen Währungsunion (EWU) sei gemäß einer Schnellschätzung im ersten Quartal 2021 gegenüber dem vierten Quartal 2020 um 0,6 Prozent gesunken und das BIP in der Europäischen Union (EU) um 0,4 Prozent. Beide Zeitreihen waren bereits zuvor rückläufig gewesen (-0,7 und -0,5 Prozent im vierten Quartal 2020). Jetzt, Mitte Mai, hat Eurostat diese erste Schätzung bestätigt: zwei Quartale in Folge mit negativer Wachstumsrate, Europa steckt demnach in einer Rezession (vgl. Abbildung 1).

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Europe in recession – foreign trade as a way out?

At the end of April, the European statistics agency Eurostat reported that the gross domestic product (GDP) in the European Monetary Union (EMU) had fallen by 0.6 percent in the first quarter of 2021 compared to the fourth quarter of 2020 and that GDP in the European Union (EU) had fallen by 0.4 percent. Both time series had already been in decline (-0.7 and -0.5 percent in the fourth quarter of 2020). Now, in mid-May, Eurostat has confirmed this first estimate: two quarters in a row with a negative growth rate, according to which Europe is in a recession (see Figure 1).

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Monetäre Unabhängigkeit in einer globalisierten Welt

Die Hoffnung, nur mittels eigener Währung das für die Konjunktur passende Zinsniveau setzen und die konjunkturell erforderliche Fiskalpolitik jederzeit finanzieren zu können, während das Land gleichzeitig am freien internationalen Güter- und Kapitalverkehr teilnimmt, ist zum Scheitern verurteilt.

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Die Türkei und das Kreuz mit der Währungssouveränität

Der Fall Türkei zeigt, Währungssouveränität ist eine Fata Morgana. Um sich aus der Spekulationsfalle zu befreien, wird sich das Land mit seiner Inflationsrate der westlichen Welt anpassen müssen.

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